| Unser eigentlicher Ausgangspunkt dieser Japanwoche war die Stadt Hamamatsu
an der Pazifik-Küste Japans. Hier habe ich auch die Möglichkeit gehabt bei
Geschäftsfreunden meines Vaters einen Blick in einen Privathaushalt in Japan zu werfen.
Das ungewöhnlichste in diesem außerordentlichen Land ist für einen Europäer sicher das
Essen. Die durchaus gute japanische Küche findet in unserer Gastronomie praktisch kaum
statt. Umso größer ist das Erstaunen über die Essgewohnheiten der Japaner. Traditionell
beginnt der Tag mit einer Miso-Suppe - wem eine warme Suppe mit Tofu zum Frühstück nicht
ganz angemessen erscheint, der bekommt natürlich auch Westliches (Toast, Eier, Kaffee,
...) Frühstück. Den ganzen Tag über kann man die Japaner bei nahezu jeder Gelegenheit
essen sehen. Beliebt dabei sind dabei kleine Päckchen mit kalten Gerichten - meistens
Sushi. Diese kleinen Kreationen bestehen in der Regel aus Reis, rohem Fisch und Tang
(meist brauner Tang - schmeckt übrigens nicht schlecht). Bei den großen Abendgerichten
möchte ich nur zwei erwähnen. Einmal ist das Tepanjaki und als zweites Shabu-Shabu. Das
Erste ist ein Essen, welches am Tisch (hoher Europäischer Tisch) auf einer heißen Stahlplatte
(diese ist in den Esstisch eingearbeitet), zubereitet wird. Gegessen wird dabei
Rindfleisch oder Fisch, Muscheln, Garnelen, Pilze und anderes Gemüse. Die Zubereitung ist
dabei die eigentliche Attraktion. Der Koch, der nur für einen Tisch kocht, bereitet die
Speisen mit großer Geschicklichkeit und viel Show vor den Augen der Gäste zu. Das Zweite
Essen, Shabu Shabu, ist unserm Fondue nicht unähnlich. in einem Topf mit kochendem
Wasser, werden die Zutaten nur kurz gegart, um dann mit verschieden Soßen (z.B. Soja-
oder Sesamsoße) gegessen zu werden. Die Zutaten sind zumeist Pilze, Gemüse, Sojasprossen
und Rindfleisch. Ein Kapitel für sich sind, neben den obligatorischen Stäbchen, die
Tische. Die traditionellen japanischen Tische sind ca. 30-40 cm hoch, und man kniet davor
im Fersensitz oder Schneidersitz. Diese Sitzhaltung ist für uns Europäer so
ungewöhnlich, dass einem meist recht bald das eine oder andere Bein einschläft. Als
Kompromiß gibt es Tische, die über einer Art Grube stehen, und einem ein normales Sitzen
ermöglichen (die Beine in der ca. 50 cm tiefen Versenkung verstauen), ohne daß der Tisch
höher erscheint als der traditionelle japanische. Im allgemeinen kann man sagen, daß die
Japanische Küche gewöhnungsbedürftig aber durchaus schmackhaft und auf jeden Fall sehr
gesund ist. |